Das Unternehmen Weleco feierte mit 400 geladenen Gästen ein Doppeljubiläum: 50 Jahre im Dienst der Schweizer Strasseninfrastruktur - als Koenig Bausysteme, eine Geschäftseinheit der Dr. Ing. Koenig AG - und 10 Jahre als Haus für Strassenausstattungen. Den Erfolg verdankt das Unternehmen nicht zuletzt einem engagierten Mitarbeiter, dem ehemaligen Montageleiter Sepp Aregger. |
Am Anfang war die Neugier. Weil er sich dafür interessierte, wie anderswo gebaut wurde, stiess der Metallurge Hans Koenig auf eine neue, innovative Technik aus Amerika. In der Folge importierte er die ersten Wellstahlkonstruktionen aus Amerika und gründete damit die Koenig Bausysteme, eine Business Unit der damaligen Dr. Ing. Koenig AG, Dietikon.
Mit den in die Erde eingebetteten, flexiblen Stahlrohren, bekannt unter dem Namen Armco, konnten Unterführungen und Bachdurchlässe in viel kürzerer Zeit und bedeutend kostengünstiger erstellt werden, als in konventioneller, starrer Bauweise. Rechtzeitig zum Beginn des Autobahnbaus anfangs der 60er Jahre begann das Unternehmen, Leitplanken in die Schweiz zu importieren. Erst viele Jahre später entwickelte sich dieser Bereich indes zu einem trägfähigen Standbein. Zu verdanken hat das die Firma dem ehemaligen Montageleiter Sepp Aregger, der sich Gedanken darüber machte, wie seine Firma die Wintermonate besser überbrücken könnte. Seine Idee war es, im Winter Leitplankenpfosten herzustellen, um im Sommer neben den Armco-Stahlrohren auch Leitplanken zu montieren. "Am Anfang war es eine Bastelei", erinnerte sich Karl Pulfer Verwaltungsratspräsident und CEO an der Jubiläumsfeier schmunzelnd. Er freute sich darüber, dass Aregger der Jubiläumsfeier beiwohnte. Was sich dieser nicht erträumt hatte: Schon kurze Zeit später war das Unternehmen Marktführer und rüstete den Autobahnabschnitt an der A3 von Wollishofen nach Richterswil im Auftrag des Kantons Zürich aus.
Nach dem Schritt weg von der Koenig Bausysteme in die Selbstständigkeit wurde am 23. Mai 1999 der Name Weleco lanciert. In den letzten 10 Jahren hat Weleco 200 Kilometer Autobahn neu ausgestattet und auf ein zeitgemässes Niveau angehoben. Aktuell beschäftigt das Unternehmen 110 Mitarbeiter und bezeichnet sich selbst als "Haus der Strassenausstattungen." Seit dem 1. Januar 2008 steht das Unternehmen vor einer neuen Herausforderung, weil die Autobahnen im Rahmen des neuen Finanzausgleiches neu dem Bund gehören. Das bedeutet grosse Einzelaufträge, zudem ist das öffentliche Beschaffungsrecht ausgehebelt, es gelten die Gesetze der grossen, international tätigen Baukonzerne.
Chancen und Risiken
So erstaunt es nicht, dass das Thema, zu dem sich an der Feier zahlreiche Referenten äusserten, "Die Schweizer KMU in internationalisierten Märkten" lautete. Der Zürcher Bauvorsteher, Regie-rungsrat Markus Kägi, sprach über das öffentliche Beschaffungswesen im internationalisierten Markt. Astra-Direktor Rudolf Dieterle beleuchtete die Arbeit seiner Dienststelle, Christoph Müller von der Universität St. Gallen zeigte die Chancen und Risiken, die den KMUs durch die Internationalisie-rung des Heimmarktes entstehen. |